BILANZPOLITIK

Die Analyse und Aufbereitung der Bilanzdaten ist vor allem dann entscheidend, wenn es darum geht, Finanzierungsmittel zu erschließen und die Kommunikation mit Eigenkapital- und Fremdkapitalgebern zu führen.

Beachte: Die vormals steuerlich motivierte Maxime bei Kapitalgesellschaften „Arme Gesellschaft – reicher Gesellschafter“ gilt heute nicht mehr.
Die Jahresabschlusserstellung muss Mittelwege zwischen steuerlicher Optimierung und ratingorientierter Bilanzpolitik finden!

Wichtig ist in jedem Fall, die individuelle Rating-Klassifizierung in Erfahrung zu bringen, zusammen mit dem jeweiligen Firmenkundenbetreuer die Klassifizierung zu analysieren und unmittelbar in Folge einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, welcher die relativ einfach behebbaren Defizite im Unternehmen zeitnah bearbeitet; somit kann bereits kurzfristig eine Verbesserung der Ratingnote erreicht werden.

Optimierung:

Um eine Optimierung dieses Prozess zu erreichen, sollten zunächst folgende Maßnahmen realisiert werden:

  • Aufbereitung aktueller betriebswirtschaftlicher Auswertungen (sog. BWA)

    • Unterjähriger Aktualität und Aussagekraft z.B. durch:
      • Monatliche Einbuchung von Abschreibungen
      • Quartalsmäßige oder monatliche Bestandsbewertung (Inventur, Halbfertige Arbeiten)
      • Periodisierung einmaliger größerer Aufwandspositionen
    • Graphische Aufbereitung der Monatszahlen
    • Erstellung eines Controlling-Reports mit wesentlichen Aussagen zu Kostenkennziffern, Vorjahresvergleich, finanzwirtschaftliche Auswertungen (Kapitalflussrechnung), Produktivitätskennziffern, Lieferanten- und Abnehmerstruktur usw.
    • Branchenvergleich als Argumentationsgrundlage bei Erörterungen der individuellen Situation im Rahmen von Besprechungen bei Kreditinstituten
    • Erstellung von monatlichen Planrechnungen und Soll-Ist-Vergleiche mit Abweichungsanalyse
  • Ratingorientierte Jahresabschlusserstellung

    • Jahresabschlusserstellung mit Plausibilitätsprüfung, soweit gefordert
    • Einsatz bilanzpolitischer Maßnahmen (z.B. Beeinflussung der Eigenkapitalquote als gewichtige Kennziffer)
    • Mehrjahresvergleiche
    • Bilanzanalytische Kennziffernbildung und deren Interpretation
  • Transparenz, Kommunikation und vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber Kreditinstituten

    • Implementierung einer regelmäßigen aussagekräftigen weitergehenden Informationspolitik z.B. Strategiegespräche in quantitativer und qualitativer Hinsicht, Leitlinien, Unternehmensphilosophie usw.)